Baufinanzierung

Die bevorzugte Form der Baufinanzierung ist heute immer noch das Tilgungs- oder Annuitätendarlehen. Bei diesem erfolgt die Rückzahlung des Darlehens durch regelmäßige Tilgung von mindestens 1 % der Darlehenssumme im Jahr zuzüglich der ersparten Zinsen. Höhere Tilgungsraten sind möglich. Da die Zinsen jeweils auf die Restschuld

berechnet werden, sinkt die Zinsbelastung mit fortschreitender Tilgung wodurch sich automatisch die Tilgungsraten erhöhen. Üblich sind für solche Darlehen auch Sondertilgungsrechte, d. h. es kann pro Jahr ein bestimmter Betrag, meistens 10 % der Darlehenssumme, als Sondertilgung getätigt werden. Eine Reihe von verschiedenen Modellen, die die besonderen Lebenslagen der Bauherren berücksichtigen, ist heute verfügbar. Neben Darlehen mit flexibler Tilgung und einem Staffelzins, die auch auf andere Immobilien übertragbar sind sowie einem Darlehen mit besonderem Kündigungsrecht sind speziell auf junge Familien abgestimmten Angebote erhältlich.

Wichtig bei der Planung ist auch der Zinsfestschreibungszeitraum. Dieser beginnt üblicherweise bei 8 Jahren und kann sich über den gesamten Baufinanzierungszeitraum erstrecken. Dabei gilt, je kürzer die Laufzeit, desto niedriger ist der Zinssatz, den man erhält. Die Entscheidung für eine bestimmte Laufzeit wird sich daher an den aktuellen Zinssätzen sowie an den zukünftigen finanziellen Möglichkeiten des Darlehensnehmers orientieren. Eher selten ist das endfällige Darlehen. Bei diesem werden nur Zinsen gezahlt und am Ende der Laufzeit erfolgt die Tilgung in einem Betrag. Dies kann bei einer vermieteten Immobilie günstig sein, da die Zinsbelastung steuerlich geltend gemacht werden kann. Da diese wegen der fehlenden Tilgung über die gesamte Laufzeit gleich hoch bleibt, erzielt man so den größtmöglichen steuerlichen Effekt. Bei selbstgenutzten Immobilien entfällt diese steuerliche Absetzbarkeit.

Auch wenn Immobilien heute bis zu 100 % finanziert werden können, so verlangen viele Banken jedoch immer noch einen bestimmten Eigenkapitalanteil. Dieser sollte mindestens bei etwa 10 -15 % der Finanzierungssumme liegen. Im Zusammenhang mit den wichtigsten Finanzierungsparametern, Darlehensbetrag, Laufzeit, Tilgung und Zinssatz, bestimmt dieser sowohl die Gesamtfinanzierung als auch die monatlich zu entrichtenden Beiträge. Wie die verschiedenen Parameter sich gegenseitig beeinflussen und welche Auswirkungen sie insgesamt haben, lässt sich mit den im Internet zur Verfügung stehenden Finanzierungsrechner gut bestimmen. Da mit ihrer Hilfe die unterschiedlichsten Finanzierungsbeispiele schnell und einfach durch zu rechnen sind, lassen sich vielfältige Kombinationsmöglichkeiten durchspielen und an die persönlichen Verhältnisse anpassen. Vor allem für eine langfristig angelegte Baufinanzierung sollte aber auf jeden Fall der Abschluss einer Versicherung, die einem selbst aber auch den Angehörigen Sicherheit bei z. B. berufsbedingten Ausfällen bietet, ins Auge gefasst werden.